{"id":3904,"date":"2024-01-02T15:48:49","date_gmt":"2024-01-02T14:48:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ensemble1684.de\/?page_id=3904"},"modified":"2025-04-19T10:27:20","modified_gmt":"2025-04-19T08:27:20","slug":"johann-rosenmueller","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ensemble1684.de\/gb\/johann-rosenmueller\/","title":{"rendered":"Johann Rosenm\u00fcller"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Johann Rosenm\u00fcller<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier finden Sie einen kurzen Abriss \u00fcber das Leben des Komponisten, mit dem sich das Ensemble 1684 vornehmlich befasst:<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Rasanter Aufstieg<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anekdotisch berichtet der G\u00f6ttinger Geschichtsprofessor Joachim Meyer (1661-1732), dass der Zittauer Kantor Andreas Hammerschmidt (1611-1675) um das Jahr 1650 &#8220;<em>zur Me\u00dfzeit<\/em>&#8221; nach Leipzig gekommen und im &#8220;<em>dasigen Stadtkeller<\/em>&#8221; Johann Rosenm\u00fcller (1617\/19 <a href=\"#sdfootnote1sym\" id=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a>-1684) begegnet sei. Im Verlauf eines angeregten Gespr\u00e4chs habe Hammerschmidt &#8211; ohne zun\u00e4chst seine Identit\u00e4t preis zu geben &#8211; Rosenm\u00fcller gefragt, &#8220;<em>was dieser denn von des Andreas Hammerschmidts in Zittau Composition hielte<\/em>&#8220;. Das \u00fcberlieferte Urteil Rosenm\u00fcllers ist eindeutig &#8211; und harsch: &#8220;<em>Es w\u00e4re derselbe ein Clausulen Dieb und wenn er [Hammerschmidt] ihm die Manier und die Clausulen [Klauseln] nicht abst\u00f6hle, w\u00fcrde er nichts machen k\u00f6nnen<\/em>&#8220;. Hammerschmidt reagiert darauf nachvollziehbar s\u00e4uerlich, es kommt zum Streit, sogar zu Handgreiflichkeiten und die beiden m\u00fcssen m\u00fchsam von Umstehenden beruhigt werden.<a href=\"#sdfootnote2sym\" id=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Freilich ist bei diesem Bericht von einer Pointierung auszugehen. Aber was f\u00fcr ein Selbstbewusstsein, ja welche Chuzpe, spricht aus der Reaktion Rosenm\u00fcllers (die im Kern wohl den Tatsachen entspricht)! Und unmittelbar stellt sich die Frage: Ist dessen hohe Meinung von der eigenen Kunst tats\u00e4chlich gerechtfertigt &#8211; und worauf gr\u00fcndet sie sich \u00fcberhaupt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als der in Oelsnitz\/Vogtland geborene Johann Rosenm\u00fcller im Jahr 1640 an der Leipziger Universit\u00e4t ein Theologiestudium aufnimmt<a id=\"sdfootnote3anc\" href=\"#sdfootnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a>, ist dieser Weg jedenfalls nicht abzusehen. Ja, ob sich der in den Wirren des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges aufwachsende Vogtl\u00e4nder bis zu seiner Ankunft an der Plei\u00dfe \u00fcberhaupt nennenswert musikalisch bet\u00e4tigt, ist l\u00e4ngst nicht sicher. Einen einzigen knappen Hinweis finden wir in der Vorrede seiner ersten Druckpublikation<a id=\"sdfootnote4anc\" href=\"#sdfootnote4sym\"><sup>4<\/sup><\/a>. Dort schreibt Rosenm\u00fcller, dass die &#8220;<em>prima fundamenta musices<\/em>&#8221; in seiner Heimatstadt gelegt worden seien. Weitere musikalische Fr\u00fchspuren haben sich jedoch bisher nicht finden lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entwicklung nimmt jedoch ihren Lauf, als Rosenm\u00fcller 1642 durch die Anstellung als Hilfslehrer an der Thomasschule in ein anregendes musikalisch-akademisches Umfeld und insbesondere unter den Einfluss von Thomaskantor Tobias Michael (1592-1657) gelangt. Von Michael erh\u00e4lt Rosenm\u00fcller k\u00fcnstlerische Impulse, die einen ersten &#8211; noch etwas ungest\u00fcmen &#8211; Schaffensdrang ausl\u00f6sen. Ergebnis dessen und erster kompositorischer Fingerzeig ist die bereits erw\u00e4hnte Sammlung instrumentaler Tanzs\u00e4tze aus dem Jahr 1645.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei ist es nicht so sehr die musikalische Substanz der Sammlung, die aufhorchen l\u00e4sst &#8211; die Faktur der S\u00e4tze ist denkbar einfach, das verwendete Suiten-Modell l\u00e4ngst bekannt<a href=\"#sdfootnote5sym\" id=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a> &#8211; sondern die Aufmerksamkeit die der Druck erh\u00e4lt. So \u00fcbersendet kein geringerer als der Dresdner Hofkapellmeister Heinrich Sch\u00fctz (1585-1672) ein eigens daf\u00fcr verfasstes Lobgedicht aus der s\u00e4chsischen Residenzstadt. Mit barockem Pathos, jedoch voller ehrlicher Wertsch\u00e4tzung hei\u00dft es darin<a href=\"#sdfootnote6sym\" id=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>So fahre fort, mein Freund, obgleich die Dornen stechen<br>der edlen Music Kunst die Rosen abzubrechen,<br>ja fahre fort noch mehr zu sammeln ihrer ein<br>ich sehe Floram schon auffw\u00e4rtig dir zu sein<br>und einen Ehrenkranz mit ihrer Hand zu winden<br>der nicht verwelcken wird, den kein Neid wird auffbinden<br>dass deines Namens Ruhm in Deutschland bald angehn<br>durch Famam ausgebreit und l\u00f6blich wird bestehn.<br>\u00dcberschickt aus Dre\u00dfden von<br>Heinrich Sch\u00fctzen, Capellmeistern<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da staunt man nicht schlecht und fragt sich, was den &#8220;<em>Vater der modernen deutschen Musik<\/em>&#8221; dazu bewogen haben mag, das handwerklich solide, aber k\u00fcnstlerisch wenig spektakul\u00e4re Opus mit solchen Zeilen zu adeln. Und es ist beileibe nicht nur Sch\u00fctz, der sich zum F\u00fcrsprecher der Rosenm\u00fcllerschen Sache macht: vier Druckseiten voller epigrammatischer Hochachtung vom Who is Who des kulturellen Leipzigs kann der junge Musikus versammeln!<a id=\"sdfootnote7anc\" href=\"#sdfootnote7sym\"><sup>7<\/sup><\/a> Dieser allgemeine \u00dcberschwang ist nur erkl\u00e4rlich, wenn man davon ausgeht, dass bei Drucklegung im Oktober 1645 bereits ungleich reifere und zukunftsweisendere Werke Rosenm\u00fcllers bekannt gewesen sein m\u00fcssen.<a id=\"sdfootnote8anc\" href=\"#sdfootnote8sym\"><sup>8<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und in der Tat spricht einiges daf\u00fcr, dass die Karriere des Jungkomponisten im Jahr 1645 einen entscheidenden Schub erh\u00e4lt. Ab dieser Zeit verantwortet Rosenm\u00fcller, wie Michael Maul nachgewiesen hat<a href=\"#sdfootnote9sym\" id=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a>, die Kirchenmusik f\u00fcr die hohen Festtage an der Leipziger Paulinerkirche (Universit\u00e4tskirche). Er agiert damit de facto als Universit\u00e4tsmusikdirektor, m\u00f6glicherweise anfangs in Vertretung des seit langem gichtkranken Tobias Michael. Solcherma\u00dfen exponiert, steigt Rosenm\u00fcllers Ansehen in weiten Kreisen der Stadt und damit auch die Nachfrage nach seinen Kompositionen. Beleg daf\u00fcr ist das erste erhaltene Gelegenheitswerk aus seiner Feder, eine ausladende Hochzeitsmusik f\u00fcr den schwedischen General Douglas, die im November 1645 unter Rosenm\u00fcllers Leitung zur Auff\u00fchrung kommt.<a href=\"#sdfootnote10sym\" id=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als folgenreichstes Ereignis jenes Jahres erweist sich allerdings die Begegnung mit und beginnende F\u00f6rderung durch Heinrich Sch\u00fctz.<a href=\"#sdfootnote11sym\" id=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a> Erst mit dem gro\u00dfen Kapellmeister als Mentor erlangt Rosenm\u00fcller jene satztechnische Meisterschaft, die sein Werk ab den sp\u00e4ten 1640er Jahren auszeichnet. Und angeregt insbesondere durch die Symphoniae Sacrae seines v\u00e4terlichen F\u00f6rderers beginnt Rosenm\u00fcller, sich mit dem f\u00fcr ihn so pr\u00e4genden italienischen Konzertstil auseinander zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um diesen Stil gr\u00fcndlich zu studieren, bricht Johann Rosenm\u00fcller Ende 1645 zu dessen Quellen auf. \u00dcber seine Abreise nach Italien sind wir genau informiert, denn es existiert ein Eintrag im Protokollband des Collegium Gellianum<a id=\"sdfootnote12anc\" href=\"#sdfootnote12sym\"><sup>12<\/sup><\/a> f\u00fcr den 1. Advent 1645, in dem es hei\u00dft: &#8220;<em>(&#8230;) gratiam Collegii nostri a Rosemullero [sic!], suavissimo melopoeta compositum, antequam is abiret in Jtaliam<a id=\"sdfootnote13anc\" href=\"#sdfootnote13sym\"><sup>13<\/sup><\/a>.<\/em>&#8221; Neben der genauen Datierung ist vor allem interessant, dass der Protokollant den Komponisten einen &#8220;<em>suavissimo melopoeta compositum<\/em>&#8221; nennt. Bereits in dieser fr\u00fchen Wirkungszeit gilt also der liebliche Ton als das unverwechselbare Markenzeichen Rosenm\u00fcllers.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus sp\u00e4teren Quellen wissen wir, dass die Studienreise den jungen Komponisten (auch) nach Venedig f\u00fchrt, wo er ganz in das pulsierende Musikleben der Lagunenstadt eintaucht. Neben den Concerto-Modellen der venezianischen Meister widmet er sich vor allem dem Madrigalstil des eben erst verstorbenen Claudio Monteverdi (1567-1643). Dessen harmonischer Reichtum und &#8220;<em>bildhafte und bewegliche Textbehandlung<\/em>&#8221; (Peter Wollny) \u00fcben einen gro\u00dfen Reiz auf den nach Innovation dr\u00e4ngenden Komponisten aus. Reich bepackt mit Erfahrungen (und sicher auch Musikalien), kehrt Rosenm\u00fcller im Sommer 1646 nach Leipzig zur\u00fcck und beginnt unmittelbar, die erlernten Prinzipien f\u00fcr seine Kompositionen fruchtbar zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein erster Ertrag der nachvenezianischen Phase sind die Kern-Spr\u00fcche mehrenteils aus Heiliger Schrift, die Rosenm\u00fcller im Jahr 1648 vorlegt (ein zweiter Teil wird 1652\/53 folgen). Die gedruckte Sammlung enth\u00e4lt unterschiedlich besetzte und dimensionierte Vokalkonzerte auf Bibeltexte und freie Dichtung. Rosenm\u00fcller demonstriert darin seine erworbenen kontrapunktischen F\u00e4higkeiten und erkundet gleichzeitig neue Klangr\u00e4ume und Dispositionen. Die Instrumente werden in den gr\u00f6\u00dfer angelegten Werken bereits mit einiger Eigenst\u00e4ndigkeit gef\u00fchrt. Zwar dienen die instrumentalen Anteile noch vorwiegend der Strukturierung (Sinfonia, Ritornell, motivische Antwort), jedoch finden sich immer wieder auch Passagen, in denen Rosenm\u00fcller die Instrumentalstimmen in das imitative Geflecht mit einbezieht &#8211; und damit den Satz verdichtet &#8211; oder zur Klangveredelung als fr\u00f6hlich figurierende Oberstimmen setzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus rezeptionsgeschichtlichen Gr\u00fcnden soll auf das handschriftlich \u00fcberlieferte Konzert F\u00fcrchte dich nicht, denn ich hab dich erl\u00f6st, hingewiesen werden. Von allen Kompositionen Rosenm\u00fcllers ist es vielleicht das modernste, ganz sicher aber eines der zeitlosesten Werke. Hiervon zeugt auch das wertsch\u00e4tzende Urteil Johann Matthesons. Im Jahr 1739, nahezu ein Jahrhundert nach seiner Entstehung (!), f\u00fchrt der Hamburger Musiktheoretiker die Komposition in seinem Vollkommenen Capellmeister an und beschreibt deren Eingangssinfonia mit folgenden Worten<a href=\"#sdfootnote14sym\" id=\"sdfootnote14anc\"><sup>14<\/sup><\/a>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>&#8220;Ich kann mich nicht entbrechen, bey diesem reinen, f\u00fcnfstimmigen Satze die sch\u00f6ne Singart in jeder besonderen Stimme zu bewundern. Die Ober-Partie k\u00f6nnte schwerlich besser einhergehen, wenn sie auch als Solo dast\u00fcnde. Die zwote hat absonderlich in den letzten Takten so viel artiges und modernes, als wenn sie diesen Tag erst verfertiget, und ohne die geringste Absicht auf die \u00fcbrigen vier zu Papier gebracht worden; da sie doch \u00fcber 50 Jahre alt ist. Nichts aber kann eine angenehmere und beweglichere Melodie f\u00fchren, als hier der Alt tut. (&#8230;) Was endlich den Tenor und Bass betrifft, so zeiget ihre freundliche Gegenbewegung die gr\u00f6\u00dfte Bescheidenheit an, so man verlangen mag, ohne Zwang, Verbr\u00e4mung und K\u00fcnsteley, ganz nat\u00fcrlich, gar nicht h\u00f6lzern. Hier m\u00f6gte man zu manchem sagen: Gehe hin und tue desgleichen!&#8221;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sind Werke wie dieses, die Johann Rosenm\u00fcllers kometenhaften Aufstieg begr\u00fcnden. Wie sehr man ihn in Leipzig sch\u00e4tzt, zeigt auch die Tatsache, dass der Rat der Stadt im Dezember 1653 dem Komponisten sogar schriftlich die Anwartschaft auf das Thomaskantorat zusichert, sollte Tobias Michael dahinscheiden oder sein Amt niederlegen. Doch auch \u00fcber die Stadtgrenzen hinaus sch\u00e4tzt man die Qualit\u00e4ten des Meisters. Als 1654 ein Nachfolger f\u00fcr das vakante Dresdner Kreuzkantorat gesucht wird, hei\u00dft es in einem vom Stadtrat beauftragten Gutachten, &#8220;<em>da\u00df [sich] eine qualificirtere Persohn in Dirigirung des Musicalischen Chors, Componiren und andern, was zu eines Cantoris Ambt geh\u00f6rig schwerlich in Leipzigk, Dresden und andernorts finden w\u00fcrde.&#8221;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rosenm\u00fcllers eingangs kolportiertes Selbstbild jener Jahre scheint also exakt die \u00f6ffentliche Meinung zu reflektieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote1sym\" href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a> Das Geburtsjahr Rosenm\u00fcllers ist nicht eindeutig bestimmbar. In der Forschung werden derzeit zwei Hypothesen diskutiert: zum einen vom Todesjahr des Komponisten r\u00fcckgerechnet die 13 Lustren (ca. 65 Jahre), die das Epitaph von 1684 nennt. Zum anderen Rosenm\u00fcllers mutma\u00dfliches Erreichen des kleinen Stufenjahrs (=35. Geburtstag) im Jahr 1652, auf das ein gedrucktes Gedicht hinzudeuten scheint.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote2sym\" href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a> nach: MEYER, J. Der anma\u00dfliche Hamburgische Criticus sine Crisi (1728), S. 25f.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote3sym\" href=\"#sdfootnote3anc\">3<\/a> Die j\u00fcngere Matrikel der Universit\u00e4t Leipzig (1559-1809), 2; UB Leipzig, Sig. AL 16149 M43-2<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote4sym\" href=\"#sdfootnote4anc\">4<\/a> Paduanen, Alemanden, Couranten etc. (Leipzig, 1645)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote5sym\" href=\"#sdfootnote5anc\">5<\/a> Rosenm\u00fcller schreibt in der Vorrede, dass er die S\u00e4tze urspr\u00fcnglich nicht zur Publikation vorgesehen hatte und nur auf inst\u00e4ndiges Begehren vieler Freunde zum Druck gab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote6sym\" href=\"#sdfootnote6anc\">6<\/a> \u00dcbertragungen aus den Quellen durch den Verfasser, sofern nicht anders angegeben<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote7sym\" href=\"#sdfootnote7anc\">7<\/a> Darunter Thomaskantor Tobias Michael, der Rosenm\u00fcller &#8220;<em>Amicum suum dilectissimum<\/em>&#8221; nennt, Rosenm\u00fcllers (Dichter-) Freund Caspar Ziegler, verschiedene Leipziger Gelehrte und Ratsm\u00e4nner<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote8sym\" href=\"#sdfootnote8anc\">8<\/a> Hier ist etwa an fr\u00fche Evangeliendialoge Rosenm\u00fcllers zu denken (z.B. Es waren Hirten auf dem Felde), die Peter Wollny in diese Schaffensphase datiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote9sym\" href=\"#sdfootnote9anc\">9<\/a> MAUL, M. Musik und Musikpflege in Leipzig nach dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg (2001). Magisterarbeit. ungedruckt<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote10sym\" href=\"#sdfootnote10anc\">10<\/a> Es mu\u00df dir, wertes Paar \u00e0 9 (Leipzig, 1645), S-Uu ms. 41:6<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote11sym\" href=\"#sdfootnote11anc\">11<\/a> Sch\u00fctz trifft Rosenm\u00fcller vermutlich erstmals auf der R\u00fcckreise von Kopenhagen \/ Braunschweig im Mai 1645 in Leipzig und wohnt vielleicht sogar einem Gottesdienst unter Rosenm\u00fcllers musikalischer Leitung bei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote12sym\" href=\"#sdfootnote12anc\">12<\/a> Eine Leipziger Gelehrtengesellschaft, bei deren Zusammenk\u00fcnften Rosenm\u00fcller gelegentlich musikalisch in Erscheinung tritt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote13sym\" href=\"#sdfootnote13anc\">13<\/a> \u00dcbertragung: \u201e(&#8230;) Dank an Rosenm\u00fcller, den Erfinder der lieblichsten Melodien, bevor er nach Italien ging.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote14sym\" href=\"#sdfootnote14anc\">14<\/a> MATTHESON, J. Der vollkommene Capellmeister (1739), S. 85<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tiefer Fall<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00f6ffentliche Meinung \u00e4ndert sich freilich schlagartig, als Johann Rosenm\u00fcller im Fr\u00fchjahr 1655 aller \u00c4mter enthoben wird und Hals \u00fcber Kopf aus Leipzig flieht. Was war geschehen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Archiven ist nur wenig Konkretes \u00fcber den Fall zu finden, die Quellen sind erstaunlich schweigsam. Nur allgemein werden in zwei Ratsprotokollen das <em>&#8220;von Johann Rosenm\u00fcllern bei dieser Stadt erschollene b\u00f6se Geschrei&#8221;<\/em> und der <em>&#8220;wegen einer Verbrechung fl\u00fcchtige Johann Rosenm\u00fcller&#8221;<\/em><a id=\"sdfootnote1anc\" href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a> erw\u00e4hnt. Wessen Johann Rosenm\u00fcller konkret bezichtigt wird, steht dort nicht. Eine einzige zeitgen\u00f6ssische Quelle gibt genauer Auskunft zu den Anschuldigungen<a id=\"sdfootnote2anc\" href=\"#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a>. Es handelt sich bei diesem Dokument um einen Briefauszug, den ein Dresdner Kanzleikopist im Mai 1655 aus einem offenbar anonym aus Leipzig \u00fcbersandten Schreiben erstellte. Darin hei\u00dft es, dass der Musicus Rosenm\u00fcller <em>&#8220;der sodomitischen Knabensch\u00e4nderei&#8221;<\/em> mit Thomassch\u00fclern verd\u00e4chtig und wohl nach Italien geflohen sei. Unter &#8220;Sodomiterei&#8221; wurden in jener Zeit alle nicht-heterosexuellen Beziehung zusammengefasst, also z.B. Homosexualit\u00e4t, sexuelle Handlungen an Tieren und auch P\u00e4dophilie. Der Fall scheint somit klar: Johann Rosenm\u00fcller hat seine Sch\u00fcler sexuell missbraucht.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Und er ist es dennoch nicht. Denn im erw\u00e4hnten Briefauszug wird auch mitgeteilt, dass Briefe der Sch\u00fcler entdeckt wurden, in denen jene sich verabredet h\u00e4tten <em>&#8220;eben diese Sodomiterei miteinander zu begehen&#8221;<\/em>. Und mehr noch: Sechs Sch\u00fcler seien danach inhaftiert und zur Sache vernommen worden. Dies zusammengenommen mit der Tatsache, dass viele Thomassch\u00fcler im 17. Jahrhundert zwischen 17 und 20, ja einige bis zu 23 Jahren waren (und altersunabh\u00e4ngig als Knaben bezeichnet wurden<a id=\"sdfootnote3anc\" href=\"#sdfootnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a>), l\u00e4sst auch die Deutung zu, dass es sich bei dem &#8220;Delikt&#8221; um homoerotische Beziehungen zwischen (jungen) M\u00e4nnern handelte, was in der Moral der Zeit aber eben als nicht weniger verwerflich galt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote1sym\" href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a> Akten E.E. Raths der Stadt Leipzig, Stadtarchiv Leipzig (Signatur nicht greifbar)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote2sym\" href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a> Der <em>Extract<\/em> liegt dem Verfasser als Faksimile vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote3sym\" href=\"#sdfootnote3anc\">3<\/a> Im Deutschen W\u00f6rterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm wird explizit auf die Leipziger Thomasschulordnung von 1723 verwiesen, in welcher festgelegt ist, dass \u201e<em>alle sch\u00fcler knaben genannt, schulknaben (lat. pueri), mit einschlusz der primaner, d. h. der alte ausdruck blieb in amtlicher rede l\u00e4nger bewahrt.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Auf der Flucht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unabh\u00e4ngig davon, wie die Vorf\u00e4lle aus rechtlicher Sicht zu bewerten w\u00e4ren, f\u00fcr Johann Rosenm\u00fcller bedeuten sie einen tiefen Einschnitt. Er, der so lange im Rampenlicht stand, wird \u00fcber Nacht zur Unperson und f\u00fchrt fortan ein Leben im Dunkeln, abseits der gro\u00dfen B\u00fchnen. Wie undurchdringlich dieses Dunkel ist, l\u00e4sst sich daran ermessen, dass f\u00fcr die n\u00e4chsten fast drei Jahrzehnte nur eine Handvoll Hinweise auf sein Leben und Wirken existieren. Und &#8211; so scheint es &#8211; \u00fcber den einstigen Star nur mehr hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anekdotisch ist \u00fcberliefert, dass Rosenm\u00fcller zun\u00e4chst nach Hamburg flieht<a href=\"#sdfootnote1sym\" id=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> und dort bis zu zwei Jahre zubringt, bevor er schlie\u00dflich nach Venedig weiterzieht. Ein neuerer Brieffund legt hingegen nahe, dass der Fl\u00fcchtige bereits 1655 in Italien eintrifft und sich sofort daran macht, eine neue (musikalische) Existenz aufzubauen. Kontakte und Netzwerke aus Zeiten seines Studienaufenthaltes m\u00f6gen ihm dabei behilflich gewesen sein. Im genannten Brief, verfasst 1659 vom Leipziger Professor Leonhard Beer, ist jedoch auch zu lesen, dass Rosenm\u00fcller kontinuierlich M\u00f6glichkeiten einer R\u00fcckkehr nach Leipzig auslotet. Mutma\u00dflich in dieser Absicht schickt er \u00fcber einen Mittelsmann sogar neu komponierte Werke an die Plei\u00dfe, die dann, so berichtet Beer, im August 1659 tats\u00e4chlich zur Auff\u00fchrung gelangen sollten. Welche Werke dies waren, ob sie von studentischen Musikern oder gar unter Leitung von Thomaskantor Kn\u00fcpfer musiziert wurden, bleibt offen. Ebenso offen bleibt, ob Rosenm\u00fcller im Jahr 1660 (oder sp\u00e4ter) im Gefolge Francesco Cavallis (1602-1676) an den franz\u00f6sischen K\u00f6nigshof reist, um an den Hochzeitsfeierlichkeiten Ludwig XIV. mitzuwirken. Entsprechende \u00dcberlegungen des Geflohenen deutet Beer in seinem Brief an. Sicher hingegen ist der ungebrochene Schaffensdrang Rosenm\u00fcllers. Die weit \u00fcber 100 handschriftlich \u00fcberlieferten (meist lateinischen) Werke d\u00fcrften zum gr\u00f6\u00dften Teil ab den 1660er Jahren in Venedig entstanden sein. Und die Nachfrage nach seinen Kompositionen scheint vor allem im Ausland gro\u00df zu sein. Zeugnis daf\u00fcr sind die vielf\u00e4ltigen Verbindungen zwischen Rosenm\u00fcller und insbesondere mittel- und norddeutschen F\u00fcrstenh\u00f6fen. Gut m\u00f6glich, wie auch Peter Wollny annimmt, dass der Komponist meist im Auftrag (zahlungskr\u00e4ftiger) deutscher Potentaten t\u00e4tig war. Daf\u00fcr spricht auch, dass in italienischen Archiven bis heute nicht eine einzige Rosenm\u00fcller-Note auffindbar ist. Und ebenso d\u00fcrften die einzig bisher nachgewiesenen Anstellungen &#8211; als Posaunist an San Marco und sp\u00e4ter als maestro di coro am Ospedale della Piet\u00e0 &#8211; f\u00fcr ein ausk\u00f6mmliches Leben in der Lagunenstadt nicht ausgereicht haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst im Jahr 2019 ver\u00f6ffentlichte Forschungsergebnisse<a href=\"#sdfootnote2sym\" id=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a> deuten an, dass Rosenm\u00fcller die Oper nicht nur intensiv studierte, sondern selbst auch an Opernauff\u00fchrungen mitwirkte und zwar vermutlich am Teatro San Luca unweit des deutschen Handelszentrums an der Rialto-Br\u00fccke. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich auch die Kirche San Salvatore, in der der Komponist im Jahr 1672 \u2013 testatmentarisch beauftragt &#8211; einen Trauergottesdienst f\u00fcr den Uhrmacher Bortole Vite musikalisch gestaltet.<a href=\"#sdfootnote3sym\" id=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a> Ob Rosenm\u00fcller selbst Opern(teile) komponierte, muss mangels Belegen bis auf weiteres offen bleiben. Jedoch ist davon auszugehen, dass der Komponist, der in den 1650er Jahren als erster ein gr\u00f6\u00dferes Singspiel in Leipzig auff\u00fchrte, sich auch in diesem Genre versuchte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Musikgeschichte war Rosenm\u00fcllers Flucht nach Venedig ein Gl\u00fccksfall. Hier lebt der Komponist in einem Klima, wie es inspirierender nicht sein k\u00f6nnte. Neben den Werken Monteverdis, die er weiter flei\u00dfig studiert, besch\u00e4ftigt er sich zunehmend mit der Oper Cavallis und adaptiert deren Prinzipien f\u00fcr seine kirchenmusikalischen Werke. Viele seiner gro\u00dfdimensionierten Psalmkonzerte tragen hinsichtlich ihrer Disposition und Faktur stark musikdramatische Z\u00fcge. Doch bei aller Farbigkeit und Frische, die die Werke dieser Schaffensperiode auszeichnen, bleibt Rosenm\u00fcller stets auch der meisterhafte Satztechniker und Kontrapunktiker Sch\u00fctz&#8217;scher Pr\u00e4gung. Besonders eindrucksvoll zeigt sich dies in den perfekt gearbeiteten, majest\u00e4tischen Schlussfugen seiner Psalmvertonungen, die sicher auch sein einstiger Mentor zu sch\u00e4tzen gewusst h\u00e4tte. Fragt man also nach dem Besonderen der venezianischen Werke Rosenm\u00fcllers, so k\u00f6nnte man formulieren, dass er in diesen einen Stil verwirklicht, der W\u00fcrde und Sinnlichkeit vereint und den Tonsch\u00f6pfungen damit gr\u00f6\u00dfte existenzielle Wucht verleiht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote1sym\" href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a> s.o.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote2sym\" href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a> Roberts, John. Rosenm\u00fcller in Italy. Traces of a shadowy life. In: H\u00e4ndel-Jahrbuch 2019, S. 169 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote3sym\" href=\"#sdfootnote3anc\">3<\/a> ASV, Archivio notarile, testamenti, b. 871 Biasio Reggia, #29 adi 4 ottobre 1672 , Testament von Bortolo(mei) Vite<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sp\u00e4te R\u00fcckkehr<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die seit den 1660er Jahren gewachsenen Verbindungen Rosenm\u00fcllers zum Welfenhof (Hannover, Braunschweig-L\u00fcneburg) erm\u00f6glichen dem Komponisten eine sp\u00e4te R\u00fcckkehr nach Deutschland. Eine offizielle Rehabilitation hat es nie gegeben, dennoch verpflichtet Herzog Anton Ulrich den inzwischen 65-J\u00e4hrigen als Kapellmeister nach Wolfenb\u00fcttel. Offenbar soll Rosenm\u00fcller dessen Hofkapelle neu einrichten und sich auch dem Aufbau der Oper widmen. Eine gro\u00dfe Wirkung scheint Rosenm\u00fcller indes dort nicht mehr zu entfalten, denn au\u00dfer einem Opernlibretto, f\u00fcr das er mutma\u00dflich die Musik liefert, ist nichts aus dieser Zeit erhalten. Ob der Herzog sich insgeheim mehr von seinem Kapellmeister erhoffte oder ob er ihm mit diesem Amt eine pers\u00f6nliche Rehabilitation (f\u00fcr die langj\u00e4hrige Versorgung mit vorz\u00fcglichen Kompositionen?) zuteilwerden lassen wollte, ist nicht zu kl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Johann Rosenm\u00fcller stirbt in den ersten Septembertagen des Jahres 1684 &#8211; und die Sicht auf ihn bleibt auch im Tod ambivalent. Denn zwar scheint es keine gro\u00dfangelegten offiziellen Trauerfeierlichkeiten gegeben zu haben, jedoch existiert noch heute das pr\u00e4chtige Epitaph eines anonymen Stifters, das den Komponisten leidenschaftlich f\u00fcr das w\u00fcrdigt, woran nie ein Makel haftete: seine Musik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Johann Rosenm\u00fcller \u2013 der Amphion<a href=\"#sdfootnote1sym\" id=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> seines Jahrhunderts<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>(\u2026)<br>Darum weh! wird d\u00fcrr der durch den S\u00fcdwind verheerte Rosengarten!<br>Jene s\u00fc\u00dfe, herzr\u00fchrende und rosige Weise ist verklungen.<br>Der M\u00fchle ist Ruhe verk\u00fcndet! Schweiget!<br>Erloschen ist die Leuchte, die weit \u00fcber Europa hin strahlte!<br>Weine! Weine Wanderer!<br>Doch mit Ma\u00df. Nicht ganz ist er der Toteng\u00f6ttin anheimgefallen.<br>In seinem edleren Teil lebt er ewig, die Krone der Musik.<br>(&#8230;)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote1sym\" href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a> Figur aus der griech. Mythologie, magischer Musiker, der Theben mit den Melodien seiner Lyra aufgebaut haben soll. M\u00f6glicherweise hatte Amphion ein homoerotisches Verh\u00e4ltnis zu Hermes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johann Rosenm\u00fcller Hier finden Sie einen kurzen Abriss \u00fcber das Leben des Komponisten, mit dem sich das Ensemble 1684 vornehmlich befasst: Rasanter Aufstieg Anekdotisch berichtet der G\u00f6ttinger Geschichtsprofessor Joachim Meyer (1661-1732), dass der Zittauer Kantor Andreas Hammerschmidt (1611-1675) um das Jahr 1650 &#8220;zur Me\u00dfzeit&#8221; nach Leipzig gekommen und im &#8220;dasigen Stadtkeller&#8221; Johann Rosenm\u00fcller (1617\/19 1-1684) begegnet sei. Im Verlauf eines angeregten Gespr\u00e4chs habe Hammerschmidt &#8211; ohne zun\u00e4chst seine Identit\u00e4t preis zu geben &#8211; Rosenm\u00fcller gefragt, &#8220;was dieser denn von des Andreas Hammerschmidts in Zittau Composition hielte&#8220;. Das \u00fcberlieferte Urteil Rosenm\u00fcllers ist eindeutig &#8211; und harsch: &#8220;Es w\u00e4re derselbe ein Clausulen Dieb und wenn er [Hammerschmidt] ihm die Manier und die Clausulen [Klauseln] nicht abst\u00f6hle, w\u00fcrde er nichts machen k\u00f6nnen&#8220;. Hammerschmidt reagiert darauf nachvollziehbar s\u00e4uerlich, es kommt zum Streit, sogar zu Handgreiflichkeiten und die beiden m\u00fcssen m\u00fchsam von Umstehenden beruhigt werden.2 Freilich ist bei diesem Bericht von einer Pointierung auszugehen. Aber\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.ensemble1684.de\/gb\/johann-rosenmueller\/\"><span>Weiterlesen<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-3904","page","type-page","status-publish","hentry"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"gb","enabled_languages":["de","gb"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"gb":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ensemble1684.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3904","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ensemble1684.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ensemble1684.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ensemble1684.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ensemble1684.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3904"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.ensemble1684.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3904\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4967,"href":"https:\/\/www.ensemble1684.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3904\/revisions\/4967"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ensemble1684.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3904"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}