{"id":3911,"date":"2024-01-02T15:47:42","date_gmt":"2024-01-02T14:47:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ensemble1684.de\/?p=3911"},"modified":"2024-01-04T13:15:56","modified_gmt":"2024-01-04T12:15:56","slug":"spaete-rueckkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ensemble1684.de\/gb\/2024\/01\/spaete-rueckkehr\/","title":{"rendered":"Sp\u00e4te R\u00fcckkehr"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die seit den 1660er Jahren gewachsenen Verbindungen Rosenm\u00fcllers zum Welfenhof (Hannover, Braunschweig-L\u00fcneburg) erm\u00f6glichen dem Komponisten eine sp\u00e4te R\u00fcckkehr nach Deutschland. Eine offizielle Rehabilitation hat es nie gegeben, dennoch verpflichtet Herzog Anton Ulrich den inzwischen 65-J\u00e4hrigen als Kapellmeister nach Wolfenb\u00fcttel. Offenbar soll Rosenm\u00fcller dessen Hofkapelle neu einrichten und sich auch dem Aufbau der Oper widmen. Eine gro\u00dfe Wirkung scheint Rosenm\u00fcller indes dort nicht mehr zu entfalten, denn au\u00dfer einem Opernlibretto, f\u00fcr das er mutma\u00dflich die Musik liefert, ist nichts aus dieser Zeit erhalten. Ob der Herzog sich insgeheim mehr von seinem Kapellmeister erhoffte oder ob er ihm mit diesem Amt eine pers\u00f6nliche Rehabilitation (f\u00fcr die langj\u00e4hrige Versorgung mit vorz\u00fcglichen Kompositionen?) zuteilwerden lassen wollte, ist nicht zu kl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Johann Rosenm\u00fcller stirbt in den ersten Septembertagen des Jahres 1684 &#8211; und die Sicht auf ihn bleibt auch im Tod ambivalent. Denn zwar scheint es keine gro\u00dfangelegten offiziellen Trauerfeierlichkeiten gegeben zu haben, jedoch existiert noch heute das pr\u00e4chtige Epitaph eines anonymen Stifters, das den Komponisten leidenschaftlich f\u00fcr das w\u00fcrdigt, woran nie ein Makel haftete: seine Musik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Johann Rosenm\u00fcller \u2013 der Amphion<a href=\"#sdfootnote1sym\" id=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> seines Jahrhunderts<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>(\u2026)<br>Darum weh! wird d\u00fcrr der durch den S\u00fcdwind verheerte Rosengarten!<br>Jene s\u00fc\u00dfe, herzr\u00fchrende und rosige Weise ist verklungen.<br>Der M\u00fchle ist Ruhe verk\u00fcndet! Schweiget!<br>Erloschen ist die Leuchte, die weit \u00fcber Europa hin strahlte!<br>Weine! Weine Wanderer!<br>Doch mit Ma\u00df. Nicht ganz ist er der Toteng\u00f6ttin anheimgefallen.<br>In seinem edleren Teil lebt er ewig, die Krone der Musik.<br>(&#8230;)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote1sym\" href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a> Figur aus der griech. Mythologie, magischer Musiker, der Theben mit den Melodien seiner Lyra aufgebaut haben soll. M\u00f6glicherweise hatte Amphion ein homoerotisches Verh\u00e4ltnis zu Hermes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die seit den 1660er Jahren gewachsenen Verbindungen Rosenm\u00fcllers zum Welfenhof (Hannover, Braunschweig-L\u00fcneburg) erm\u00f6glichen dem Komponisten eine sp\u00e4te R\u00fcckkehr nach Deutschland. Eine offizielle Rehabilitation hat es nie gegeben, dennoch verpflichtet Herzog Anton Ulrich den inzwischen 65-J\u00e4hrigen als Kapellmeister nach Wolfenb\u00fcttel. Offenbar soll Rosenm\u00fcller dessen Hofkapelle neu einrichten und sich auch dem Aufbau der Oper widmen. Eine gro\u00dfe Wirkung scheint Rosenm\u00fcller indes dort nicht mehr zu entfalten, denn au\u00dfer einem Opernlibretto, f\u00fcr das er mutma\u00dflich die Musik liefert, ist nichts aus dieser Zeit erhalten. Ob der Herzog sich insgeheim mehr von seinem Kapellmeister erhoffte oder ob er ihm mit diesem Amt eine pers\u00f6nliche Rehabilitation (f\u00fcr die langj\u00e4hrige Versorgung mit vorz\u00fcglichen Kompositionen?) zuteilwerden lassen wollte, ist nicht zu kl\u00e4ren. Johann Rosenm\u00fcller stirbt in den ersten Septembertagen des Jahres 1684 &#8211; und die Sicht auf ihn bleibt auch im Tod ambivalent. 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