Das Programm ist als Porträt des Komponisten Johann Rosenmüller konzipiert und beleuchtet seine Musik im Spannungsfeld zwischen mitteldeutscher Barocktradition und den prägenden Einflüssen des musikalischen Lebens im Venedig des 17. Jahrhunderts. Im Zentrum stehen dabei seine lateinischen Psalmvertonungen, in denen sich beide Klangwelten auf eindrucksvolle Weise verbinden.
Von besonderer Bedeutung ist das deutsche geistliche Konzert „Meine Sünden betrüben mich“. Das Werk scheint den autobiografischen Wendepunkt in Rosenmüllers Leben auszudeuten: Es entstand wahrscheinlich im Zusammenhang mit seiner Flucht von Leipzig nach Venedig und spiegelt existenzielle Erfahrungen von Schuld, Verlust und innerer Erschütterung – aber auch Trost – wider. Gerade in der Verbindung aus deutscher Textausdeutung und italienisch geprägter Expressivität wird Rosenmüllers außergewöhnliche Vermittlerrolle zwischen den musikalischen Kulturen seiner Zeit hörbar.